Beim stöbern in alten Unterlagen vom Haus habe ich das obige Schreiben an die Großmutter des Gärtners gefunden. Ich finde sowas immer interessant bis spannend – sowas gab es in meiner westdeutsch geprägten Sozialisierung einfach nicht.

Das Haus war vor unserer Übernahme in vier Wohnungen aufgeteilt. Zu DDR-Zeiten wurden diese Wohnungen von der Kommune belegt, der Eigentümer hatte wenig bis gar keine Möglichkeiten darauf Einfluß zu nehmen wen er da ins Haus bekommt. Das führte zu der kuriosen Sitauation das zwar die Eigentümer eine Wohnung im Haus hatten, deren Kinder oder Enkel hatten da aber keine Chance oder gar das Recht eine Wohnung im Haus zu bekommen.

Die Wohnungsmieten waren billig (ich muss noch herausfinden wie billig), der Vermieter zahlte den Wasserverbrauch aller alleine und trug fast alle anderen Kosten. Wasseruhren z.B. kamen erst nach der Wende ins Spiel, der Wasserverbrauch sank danach drastisch.

Es gab durchaus private Handwerker in der DDR, diese mussten aber ihre Leistung zuerst der Stadt anbieten. Diese vergab dann kommunale Aufträge und wenn dann ggf. noch etwas Luft war kamen die privaten Eigentümer dran. Was aber zugleich nicht bedeutete das dann auch das benötigte Bau-Material vorhanden war. Unter diesem Gesichtspunkt sieht manche Materialentscheidung oder auch Ausführungsweise nachträglich doch ganz anders aus…

 

Der Gärtner übernahm 2005 das Haus von der vorherigen Generation. Diese und die Generation davor haben in einem Kraftakt die Fassade renoviert und in diesem Zuge u.a.  eine neue Haustür eingesetzt. Das war zur Jahrtausendwende und sah im Ergebnis so aus:

2000

2008 entschlossen wir uns das Außengelände neu zu strukturieren und organisieren und wollten auch die Eingangssituation verbessern.

Herbst 2008

Durch die Verbreiterung der Stufen war die Seitenwand hinfällig und das Vordach hing losgelöst in der Luft und gehörte nirgendwo so richtig dazu. Also haben wir das Vordach ebenfalls entfernt. So sah das dann für einen Weile aus (natürlich ohne Sand, der stammt von einer Reparaturarbeit).

Herbst 2008 – Herbst 2019

Das fehlende Vordach und eine in die Jahre gekommene Dachentwässerung setzten der Einfassung der Haustür zu, der Rest sah auch lieblos aus, die Farbe blättert usw… Zudem schloss die Alu-Haustüre nicht mehr richtig dicht, bei den ganzen Bauarbeiten im Haus hat sich irgendwie der Rahmen verzogen. Es zog wie Hechtsuppe und der Straßenlärm war auch im Haus zu hören.

Wir schauten immer schon mal auf Baumessen und im Internet was es denn so gab. So richtig gefallen wollte uns nichts. Zumindest war bald klar das wir mit dem üblichen Zeugs nichts anfangen konnten, diese heute angesagten glatten Fronten und Materialien passen nicht zu einem Haus von 1889 – und sind nicht unser Geschmack.

Mit der Zeit hatten wir also sehr viele Türen und Formen kennengelernt und nichts blieb im Gedächtnis. Der Zufall verschaffte uns einen Blick auf diese Originaltür aus der weiteren Nachbarschaft. Viele Häuser sind zur gleichen Zeit wie das Unsere entstanden, einige noch weitestgehend unsaniert. Es ist also anzunehmen das wir hier nah am Original sind.

Ausbauen is nich. Hm. Ich machte mich auf die Suche nach einem Tischler, in der Annahme das müsste doch ein gefundenes Fressen für das Handwerk sein. Nichts da. 9 von 10 bauen nur Türen ein die sie über den Großhandel beziehen. Katalogware. Und er 1. von 10 wollte einen fertigen Plan nachdem er die Türe bauen könnte. Meh.

Die Jahre vergingen und es fügte sich zusammen das ich Zugriff auf einen anständigen Planer hatte der unsere Vorstellungen in Zeichnungen umsetzte:

Anhand der Planung entstand ein Leistungsverzeichnis und es begann die Suche nach einem Tischler der sich durch eine weitere Fügung auch fand. Ich beauftragte diesem Tischler bei einem anderen Bauvorhaben mit einer neugebauten Tür für ein denkmalgeschütztes Gebäude und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Es ging dann viel Zeit ins Land bis die Planung final stand und wir ein Angebot in den Händen hielten.

In der Zwischenzeit machten wir Nägel mit Köpfen und ließen die Sandstein-Einfassung der alten Haustüre freilegen, reinigen und sanieren.

Dadurch sah die alte Haustüre noch mehr wie ein Fremdkörper aus:

Ich setzte mich beim Gärtner durch und ließ eine neue Treppe bauen die deutlich größer wurde und auch ein Fundament für eine anständiges Überdach bilden wird.

Der Bau der Haustüre wurde beauftragt, wir sichteten dutzende Häuser um die richtige Farbe zu finden und schwankten bis zum Ende zwischen Schilfgrün und einem dunkleren Rotton. In Anbetracht der zukünftigen Hausfarbe wurde es dann Schilfgrün. Es hieß nun warten und warten und warten und … dann war der Einbautag da:

Der erste Anblick, ich war hin und weg:

Und die Details…

… und da auch…

… die Drückergarnitur passt auch…

… und bei den Kassetten die Rundungen …

… und von Innen. Wie in einem anderem Haus.

Doch, doch!

Innen werden die Verzierungen immer dezenter gehalten. Aber auch hier ist die angedachte Optik einer zweiflügeligen Tür beibehalten worden.

Hach.

Über die Kosten senken wir einen dreifachen Mantel des Schweigens, das ist ein Einzelstück und es passt wie die Faust aufs Auge. Die Sockel der Hauswände werden auch noch saniert und irgendwann ist dann mal die Fassade dran. Der krönende Abschluss der Eingangsecke befindet sich gerade in der Planung und wird dem Haus – hoffentlich – ein schönes Entree verschaffen.

Soviel Gedöns wegen einer Haustür? Ja! Wenn man annähernd 15 Jahre mit einem Gedanken schwanger ist und sich langsam an die Realisierung heranrobbt, dann hat das für uns einen anderen Stellenwert als wenn man sich eine Haustür aus dem Baumarkt aussucht.

Farbton außen: RAL 6013 – Schilfgrün

 

 

 

 

Im vergangenen Herbst starteten wir die Umwandlung eines Schuppens in – hm, was eigentlich. Nennen wir es doch erstmal MuFuSchu – Multifunktionsschuppen. Ganz früher waren in dem langen Gebäude die Schuppenabteile für die Mieter, sowie die Waschküche an einem Ende und der Hühnerstall am anderen Ende untergebracht.

Wir wussten zunächst nicht so richtig was wir mit dem Gebäude anfangen sollen, es war halt in lauter kleine Kammern unterteilt.Das erste Ausmisten erfolgte 2005 mit der Übernahme des Hauses.

Die nächsten Jahre dienten dann das Pelletslager und etwas Abstellfläche die Hauptnutzung.

Es wurden immer mal kleine Schritte getan um dem langen Ding ein Gesicht zu geben… Im Rahmen der Gartenumgestalltung wurden der Hühnerstall abgerissen und die Türen an der Längsseite geschlossen

So sah es dann die nächsten Jahre aus bis ich die Faxen 2014 dicke hatte und endlich die Fassaden beider Schuppen (es gibt noch einen weiteren Schuppen an einer anderen Stelle) gemacht wurden.

2018 tauschten wir die Pelletsheizung gegen ein Gas-Brennwert-Heizung und das Pelletssilo im Schuppen zog aus. Wir überlegten lange hin und her für was der Schuppen denn nun zu nutzen sei und entschieden uns das wir die noch vorhandenen Zwischenwände entfernten und wenigstens die unterschiedlichen Fußbodenhöhen anzugleichen. Daraus wurde dann im Laufe des Baugeschehen eine komplette Kernsanierung mit neuen Wasseranschlüssen, neuer Elektrik, verputzen Wänden… Das kann man hier dann > sehen <

Es gibt/gab noch immer keine ganz konkrete Ideen für was der Raum nun genutzt wird, uns gefiel jedoch Beiden nicht der blanke Betonboden. Zu guter letzt wurden dann der gesamte Boden mit unglasierten Spaltfliesen (Agrob-Buchttal, Basis 4) gefliest. Die sind sehr robust, rutschfest und lassen den Schuppen nicht gaaaanz so neu aussehen.

Der Fliesenleger hat wirklich wieder ganze Arbeit geleistet, den kann man jederzeit wieder nehmen. Er hat auch alle anderen Fliesenarbeiten im Haus gemacht, es gibt nix zu meckern.

So, letztendlich fehlt noch die Beseitigung des Grauschleiers aber der MuFuSchu ist fertig. Das Dach ist an einer Stelle undicht, das wird aber vermutlich keine große Sache.

Es fehlt noch ein anständiger Namen für das Gebäude, der Gärtner präferiert Werkstatt, das erscheint mir angesichts der doch nicht geringen Kosten für zu profan. Mal sehen. Die ersten Ausstattungsgegenstände wie die tonnenschwere Arbeitsplatte der Werkbank sind zumindest schon da.

Als wir uns 2008 an die Neugestaltung des Grundstücks machten, ließen wir den Eingangsbereich außer Acht. Die Haustüre ist so weit in die Ecke geschoben, die weiße Alu-Türe selbst gefiel uns nie so richtig, die ganze Situation war halt nicht ansprechend – und eine richtige Idee gab es nicht. 

Wir ließen Stufen aus Betonwerkstoff setzen, zumindest war das optisch schon mal ansprechender als vorher. Mit der Zeit sackten die Stufen nach unten weg und mussten aufwendig wieder gerade gerückt werden:

Insgesamt sieht der Eingang immer noch nicht einladend aus. Die Idee die schmale Treppe zu vergrössern entstand. Zumal der Architekt auch eine Idee hatte wie man dieser Ecke einen Regenschutz verpassen könnte der nicht so blöd ins Fenster reinragt wie vorherige. Diese Lösung braucht aber Fundament.

Ich konnte mich mit dem Material bzw. der Optik der Betonstufen nie so recht anfreunden – die Idee einer komplett neuen Treppe entstand.

Momentaner Stand:

Das fertige Ergebnis:

Die Fassadensockel werden auch noch erneuert.

Die gröbsten Unebenheiten wurden beseitigt, Elektrokabel und Dämmstreifen verlegt sowie über alles eine Folie. Am Übergang zum alten beton wurde die Folie im Vorfeld bereits etwas festgetackert damit die Folie sich nicht mehr verziehen kann.


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Und wenn man vergisst Beiträge zu veröffentlichen, dann kann man auch noch den Boden in Nass zeigen:

Und noch später sogar in trocken:

Das wird ein schönes Spielzimmer!