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Mai 1980. Der Kommunionsanzug vor dem Rhein.

Ich habe mich standhaft geweigert einen dieser typischen Kommunionsanzüge anzuziehen, ich hatte es noch nie mit Anzügen. Der Kompromiss waren Hose und Jacke aus dunkelblauem Cord mit weißem Rolli.

Ich fand das cool und habe mich in meinen Klamotten sichtbar wohler gefühlt als die ganze kleinen Gottesbräute in weißen Spitze-Tüllexplosionen, von den kleinen Anzugsträgern ganz zu schweigen (einer zog sich nach der Messe, nach dem Auszug aus der Kirche noch vor Ort die Hose aus und stampfte von dannen.

Zur Kommunion waren die Saarland-Familie zum ersten Male im Rheinland. Ich erinnere mich an eine komische Stimmung, lauernd. Ich rauchte hinter dem Busch eine Ernte 23 und kotzte dann auch gleich das ganze Essen wieder aus. Tja.

Sonntagsidylle, undatiert.

Ich möchte das Augenmerk auf die ganzen Stiele rechts in der Mitte lenken. Der Garten wurden nämlich auch verwendet um die Haushaltskasse aufzubessern. Das Spezialgebiet waren wohl Lilien.

Aus dem hauseigenen Kassenbuch lassen sich für den Zeitraum von 1976 – 1989 folgende Einahmen entnehmen:

Garteneinnahmen 1971 – 1989
Lilien 1143,35 Ostmark
Birnen 572 Ostmark
Äpfel 120,5 Ostmark
Kirschen 364,5 Ostmark
Nüsse 68,5 Ostmark
Chrysanthemen/Maiglöckchen 269,95 Ostmark

Die Blumen gingen in der Regel an einen Blumenhändler neben dem Rathaus in Dresden-Cotta. Für Obst und Gemüse gab es eine Abgabestelle in Altstetzsch, das ist ein paar hundert Meter Flussabwärts. Generell war es wohl ein lohnendes Geschäft, manchmal wurden höhere Preise im Ankauf gezahlt als am Ende die Kunden im Laden für die Sachen zahlten.

In der Zeit von 1992-1994 wurden noch gute 70 DM mit dem Verkauf von Kirschen eingenommen. Ganz früher wurden noch Eier verkauft, das rechnete sich dann wohl nicht mehr.

Heute sieht es an der obigen Stelle in etwa so aus.

Drei Generationen. Sommer 1973

Hier findet man drei (Hauseigentümer-) Generationen auf einem Bild. Rechts der Urgroßvater des Gärtners, links außen Großmutter und Großvater und daneben dann des Gärtners Mutter.

Heute sieht es an dieser Stelle in etwa so aus.

Das Haus, etwa 1910.

Auf dem Bild sollte der Erbauer zu sehen sein, den Namen müssen wir noch herausfinden. Er hat das Haus 1889 erbauen lassen, mit vier Wohneinheiten.

Der 2. Eigentümer war ein Herr Maluch er kauft das Haus im April 1919 und verkaufte schon 1931 das Anwesen an den Urgroßvater vom Gärtner, für 13.100 Goldmark. Auch damals gab es schon Streitereien über verschwiegene Baumängel. Das Haus wies Nässeschäden auf und der Kaufpreis wurde aufgrund dessen nachträglich auf 10.100 Goldmark reduziert.

Das Foto zeigt den Blick vom Balkon unserer letzten Mietwohnung, im Oktober 2005, kurz bevor wir das Abenteuer Haus starteten. Der morgendliche Nebel über der Elbe, diese Ruhe bevor der Tag beginnt. So im Rückblick war das eine gute Zeit, völlig frei von Sorgen und soviel Zukunft.

Ohne Nebel sah das im übrigen so aus.

 

Das sollte 1983 im Urlaub am Wolfgangsee gewesen sein. Wir waren in Ried in einem Bauernhof oberhalb des Sees und hatten unser Schlauchboot dabei. Das war schon schön. Das größte Risiko war das man beim durchschwimmen des Sees (an seiner schmalsten Stelle) nicht in den Sog vom Schaufelraddampfer Kaiser Franz Josef geriet.

Ich glaube ich hatte damals ständig Hunger und habe meiner Schwester den halben Teller auch noch leergefuttert. Im Restaurant unten am See gab es eine Fuhre Mist (Schnitzel mit reichlich Pommes und einen Alibi-Salat).

 

 

Monika, Saarland im Frühjahr 1970, im Garten der Oma. Das was da unter dem Kleid spannt bin ich.

Westdeutscher Haushalt, 1975.

Ich mag das Bild, links die Kippen, rechts die Kornflasche. Zwischendrin das Kind. Das ich heute nicht (mehr) rauche und ungern härtere Sachen trinke hat durchaus mit abschreckenden Erinnerungen zu tun. Ich empfinde stark betrunkene Leute noch immer als würdelos.

Hinten links die Ölheizung, mir wurde immer schlecht von dem Geruch – es wurde Heizöl per Kanne direkt in den Ofen eingefüllt.

 

Das ist meine Märklin-Modelleisenbahn, das Bild ist von 1977. Die Entstehungsgeschichte ist vermutlich ziemlich einfach: mein Vater wird der Meinung gewesen sein das sein Sohn mit einer Eisenbahn zu spielen hat. Ich war dafür eigentlich noch zu klein und fand es langweilig eine Bahn halt immer nur im Kreis fahren zu lassen. Die Gebäude und dergleichen hat mein Vater gebastelt, das war schon eine Leistung, Kleinteiligkeit war seine Sache nicht.

Die Platte wurde immer in der Vorweihnachtszeit aus dem Keller ins Wohnzimmer geholt und stand dann dort bis mein Vater sich genug über meine Missachtung geärgert hatte und die ganze Geschichte spätestens im Frühjahr wieder in den Keller verfrachtete. Auch beim Umzug ins Rheinland kam die Platte mit. Dort verkaufte ich später den ganzen Krempel über eine Kleinanzeige und kaufte mir dafür meinen geliebten Commodore64, das hat mein Vater nie verstanden. Das ich als 13 jähriger eigentlich nicht geschäftsfähig genug war um die Bahn zu verkaufen und den Computer zu kaufen ist dann halt so gewesen.

Ich mag das ja nicht wenn Fotos in irgendwelchen Kisten / Datenverzeichnissen verstauben. Kinder und irgendwelche anderen Vermächtnisnutznießer denen man die gute alte Zeit anhand von Fotos schönreden kann gibt es hier nicht. Ja nun.

Das da bin ich – erkennt man am Blick. Ich liege da auf dem Küchentisch im Haus meiner Großmutter. Proper eingepackt, den Feind fest im Blick. Das ist das einzige Schwarzweiss-Foto das von mir existiert. Unscharf wie Sau – aber aus nix kann man nichts perfektes extrahieren. Kurz danach kam dann die Farbkamera, es gibt Gerüchte das ich die S/W-Kamera angepisst habe.

“Komm mir nicht zu nahe”