Situationsbedingt sitze ich gerade viel herum und denke nach, weniger über die Situation eher über den Sand der Zeit.

Ich sitze hier also in meiner Sanduhr und sehe meiner Zeit beim Rieseln zu. Sie kennen doch diese enge Stelle bei Sanduhren – der Übergang zwischen „gerade noch gewesen“ und „kommt gleich dran“ – da sitze ich und gucke so herum.

Das Gewesene krümelt unten mir herum und wird beständig von frischer Vergangenheit überdeckt. Hin und wieder hebe ich ein Sandkörnchen hoch. „Guck an.“ denke ich mir. „So war das, na sowas. Hätte man das mal früher gewusst, nu isses egal.“

Viel Zeit zum gucken bleibt aber nicht. Es rutscht beständig neue Zeit nach. Manchmal stockt der Fluß der Zeit, ich sitze halt da in der engen Stelle. Manchmal liege ich auch quer und mache mich dick. Hihi.

Es kommt vor das ich in einer Hand noch frisches „gerade gewesen“ halte und in der anderen Hand schon nach dem „kommt gleich“ gegriffen habe. Das fühlt sich komisch an, es reißt auch ein bisserl in der Seele. Aber loslassen hilft dann schon weiter. Es kommt ja schon das nächste Sandkorn, da kennt die Zeit nix. Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

Manchmal stehe ich auf und strecke mich in durch das „kommt gerade“ durch und stoße dabei versehentlich mit dem Kopf durch den Trichter und schaue. „Nanu, “ denke ich, „das kann noch warten.“ und ich lege mich schnell wieder hin und mache mich dick.

So viel Zeit muss sein.