Bonjour tristesse

Saarland, Sackgasse, Sommer 1975. Meine Schwester fährt meinen Teddy spazieren.

Links hinter meiner Schwester das Haus unserer Großmutter. Vorne der Sandhaufen des Patenonkels, der Sandhaufen lag fast meine gesamte Kindheit da. Weiter rechts – und nicht im Bild lebten – wir. Das große Haus am Ende befindet sich schon auf der anderen Straßenseite, das war der Bauernhof, hinter dem haus standen die Viehställe. Ich bin mir nicht ganz sicher, ich glaube das Haus war bis weit in die 90er Jahre noch unverputzt.

Im kleinen Doppelhaus davor gab es einen Getränkehändler der das im Nebenerwerb machte. Jedenfalls gab es dort für 50 Pfennige eine große Flasche Limo und mein geliebtes Malzbier. In den Sohn vom Getränkehändler war ich wohl verschossen, ohne zu wissen was das überhaupt sein soll. Ich mochte ihn jedenfalls sehr.

Im großen Haus mit den Fensterläden wohnten 4 Familien mit denen wenig bis gar kein Kontakt bestand, Zugezogene und Kriegsvertriebene. Im nicht sichtbaren Haus in dem wir lebten war eine ähnliche Konstellation, unter uns wohnte ein alter Stinkstiefel, Herr Arndt, mit seiner Frau, vor dem hatten wir Kinder immer Angst.

Weiter im Rücken des Betrachters gab es noch eine Familie Hausherr, mit denen durften wir nichts zu tun haben – warum auch immer. Am Ende der Straße steht noch ein Einfamilienhaus und damit war die Sackgasse voll. Außer das ein paar Eigentümer gewechselt haben und 45 Jahre vergangen sind hat sich nichts verändert. Wieso auch.