4:15 Uhr das erste zucken mit den Augenlidern, dann doch noch eine Stunde gedöst. Kurze Sichtung der Großwetterlage und was es so neues auf Twitter gibt. Bei der Gelegenheit dann schnell Netflix gekündigt, wir sind wieder bis zum nächsten Herbst durch, Serien guckt hier keiner.

6 Uhr dann aufgestanden, erstmal ordentlich den Kopf am Türrahmen gestoßen – seit wann ist da auch eine Tür? Hm. Nach der Morgentoilette den Mann geherzt, Pillen eingeworfen, die Tasche gepackt und kurt nach halb sieben das Auto bestiegen. Die Fahrt auf Arbeit war ein Blindflug, der Nebel war so dicht das ich nicht mal die Motorhaube sah. Trotzdem wurde ich mit ordentlichem Tempo überholt, vielleicht haben andere Autos einen Radar an Bord?

Der Arbeitstag besteht aus viel Zuhören und hinterfragen und endet etwas nach 17 Uhr. Aber wenigstens war heute Zeit um das mitgebrachte Mittagessen störungsfrei zu geniessen. Über die erstaunlich volle Autobahn geht es Richtung Zuhause. Im Supermarkt will ich ein paar Basics wieder auffüllen und gerate mit einem Rüsselschwein aneinander. Sagen wir so: meine Geduld ist bei diesem Thema endlich und ich bin nicht mehr friedfertig.

Zuhause die Einkäufe verräumt und etwas über Katzenfutter gechattet und nebenbei die neue Webcam für den Schuppen klar gemacht, der Katz wird bestens überwacht. Der Mann kommt nach Hause und packt begeistert seine heutige Etepetete-Kiste aus:

Ich freue mich darüber das er sich so freut. Draussen schneit es sich langsam ein – darüber freue ich mich nicht! Während der Mann die Schnitten für morgen schmiert gucke ich nach was uns für neue Corona-Regeln ereilen. Okay, nicht viel anders als vorher, eigener Haushalt und eine weitere Person. Ja nun. Aber Weihnachten war mit drölfzig Leute möglich.

Hm, ich denke ich will heute nicht mehr denken und gucke mal was es sinnfreies in der Flimmerkiste gibt.


#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens. Die anderen Beiträge findet man >> hier <<.

1991

Auf dem Schwemlinger Friedhof, meine Schwester und ich am Grab unserer Oma. Diese war 02. Januar gestorben, wir waren im Frühjahr dann noch mal da als um die Erbschaftssachen ging. Unsere Mutter hatte ja ihre Mutter bis zum Tod gepflegt und war nun alleine in dem Haus das nun unter den Geschwistern aufgeteilt werden sollte. Wenn ich mich recht erinnere war das auch der Tag an dem wir alle saarländischen Verwandten zum letzten Mal gesehen haben.

Etwas später verstarb unsere andere Großmutter im Rheinland und ein paar Monate später dann auch der Großvater. Alle Großeltern in einem Jahr, das war schon … viel. 30 Jahre ist das her nun her. Uff.

Januar 2011

Am 01. Januar verstarb die Großmutter vom Gärtner. Sie lebte ja bei uns im Haus und war auf einmal nicht mehr da. Das zeichnete sich zwar seit der Diagnose in 2006 ab aber es ist schon was anderes wenn der Mensch weg ist. Das war eine sehr schräge Zeit: ich laborierte noch an der kaputten Wirbelsäule, die Stimmung in der Familie war insgesamt nicht die allerbeste und dann noch eine Haushaltsauflösung.

Später im Jahr entschieden wir uns die erste Etage in Schutt und Asche zu legen und von Grund auf zu sanieren. Ich würde so gerne wissen ob der Oma das Endergebnis gefällt.

Kleine Anekdote am Rande: das Haus gehörte bis knapp vor Beginn 2000 ja der Oma, in den anderen drei Wohnungen wohnten sehr langjährige Mieter (60 Jahre oder so). Heute liegt die Hausgemeinschaft auf dem Friedhof  im gleichen (Gemeinschafts-)Grab, sie sind nahe beieinander gestorben.